Traditionelle und meditative Tänze werden auch heilig - im Sinne von heilend – sakral oder Sacred Dance genannt. Getanzt werden alte Reigen aus verschiedenen Kulturen oder neu choreographierte zu klassischer und moderner Musik. Sie kommen aus aller Welt und sind fröhlich lebhaft oder besinnlich ruhig. Sie ziehen immer weitere Kreise; vor Jahren gab es wenig Gelegenheit traditionelle Tänze außerhalb von Volkstanzgruppen zu tanzen, heute gibt es viele Gruppen, die dazu einladen und es werden immer mehr.
Tanzen ist Ausdruck von Lebendigkeit und fließender Energie. Um das Leben mit seinen Ereignissen zu begehen, wurden in allen Kulturen Kreistänze getanzt. Der Tanzkreis ist ein sich bewegender Ring, dem früher besondere Kräfte zugeschrieben wurden. Heute können wir im Kreis der gefassten Hände immer noch Freude, Kraft und Gehaltensein erfahren.

Wenn wir Verbundenheit mit Menschen spüren wollen, fassen wir sie an; sind es mehrere, wird es ein Kreis. Wir wählen ganz von selbst diese Form, haben Augenkontakt, sind gleichermaßen beteiligt, eingebunden und gehalten. Wir werden ohne Worte miteinander vertraut.
Tanz ist die Rückkehr in die ursprüngliche Ordnung der Schöpfung, die in rhythmischer Bewegung pulsiert. Im Tanz stellen wir Harmonien her und lassen Gegensätze bestehen. Wir verbinden Bewegungen und wechseln sie - in ständiger Wiederholung.
Eine meiner wichtigsten Tanzlehrerinnen Anna
Barton,
die in Findhorn Sacred Dance wesentlich geprägt hat, schrieb:
"Professor Bernhard Wosien besuchte 1976 die Findhorn
Gemeinschaft und brachte uns in einem Workshop unser erstes Dutzend Tänze.
Damals habe ich mir nicht träumen lassen, wie weit Sacred Dance - auch
Kreistänze genannt - sich verbreiten und wie vielen Menschen auf der Welt
sie Freude und Hoffnung bringen würden. Die Tänze, die er uns brachte,
zusammen mit einigen, die wir selbst gesammelt haben und den anderen, die
in den letzten Jahren kreiert wurden, summieren sich zum heutigen Sacred
Dance. Sie sind hervorragendes Werkzeug, um uns zu helfen, uns selbst
als Teil des Ganzen zu erkennen.
Indem wir zusammen tanzen, bringen wir uns selbst und
unserem Planeten Erde Heilung. Wir entdecken, dass es möglich ist,
dasselbe in unserem täglichem Leben zu tun. ...Wir wissen immerhin, dass wenn
wir in diesen Kreisen tanzen, wir unser Leben verbessern können körperlich,
geistig, emotionell und spirituell. Das färbt ab auf diejenigen, mit
denen wir in Kontakt kommen. Wir lernen in einer tieferen und
bedeutungsvolleren Art zu kommunizieren und zur Verbesserung und
Bereicherung der ganzen Welt beizutragen – irgendwann."
siehe www.findhorn.org
Im Sinne des afrikanischen Sprichworts “Kannst du gehen, kannst du tanzen“ sind alle willkommen mit zu tanzen.

Zeichnung
von Bernhard Wosien mit freundlicher Genehmigung von Maria Gabriele Wosien
Fotos: Sabine Eritt und Birgit Rubach